Das Finanzamt treibt die Digitalisierung voran – neue Chancen?

Das Steuerbürokratieabbaugesetz, welches von der Bundesregierung Ende 2008 verabschiedet wurde, entfaltet immer neue Facetten. Aktuell steht dabei für Unternehmer die Verpflichtung zur Einreichung einer elektronischen Bilanz (E-Bilanz) im Rampenlicht, aber auch für Arbeitnehmer, Rentner und Pensionäre ist er spürbar – der Wandel der Zeit hin zu einer digitalen Welt. Ziel aller Bemühungen ist dabei, die elektronische Kommunikation zwischen Steuerpflichtigen und Steuerbehörden zu verbessern und dabei über verbesserte Prüfungsmöglichkeiten staatliche Einnahmen zu sichern.

Einen Meilenstand dieser Entwicklung markierte im Jahr 2011 die Verpflichtung zur Übermittlung einer elektronischen Gewinnermittlung für Unternehmer, die ihren Gewinn mittels Einnahmen-Überschuss-Rechnung ermitteln. Zwischenzeit-lich sind aber auch unternehmerische Steuererklärungen, Umsatzsteuer-Voranmeldungen und Lohnsteueranmeldungen elektronisch beim Finanzamt einzureichen. Nur in Härtefällen besteht weiterhin die Möglichkeit einer Abgabe in Papierform – beispielsweise für ältere Steuerpflichtige oder Steuerberater, die keine Internetverbindung haben.

Betrafen die vorstehenden Wegpunkte der Digitalisierung eher den betrieblichen Bereich, rückt nun die private Steuererklärung in den Mittelpunkt der Digitalisie-rungsbemühungen des Fiskus. Um die Akzeptanz der digitalen Einreichung der Einkommensteuererklärung zu erhöhen, wird den Steuerpflichtigen ab sofort ermöglicht, die bei der Finanzbehörde gespeicherten Daten abzurufen. Einige Angaben werden damit in der Erklärung bereits vorausgefüllt. Die Abwicklung erfolgt wie auch die bereits bisher mögliche Abgabe der Erklärung über das ELSTER-Modul der Finanzverwaltung.

Die neuen technischen Möglichkeiten der Datendigitalisierung und -verarbeitung lassen sich also auch hilfreich für den Steuerpflichtigen einsetzen. Die Datenab-frage beim Finanzamt sei hierbei ebenso als Beispiel angeführt wie die Erstellung volldigitaler Buchführungen durch den Steuerberater. Bei dieser Buchführungsvariante gibt der Mandant keinerlei Belege mehr außer Haus, sondern stellt sämtliche Buchführungsunterlagen über ein gesichertes Datennetzwerk digital zur Verfügung. Die elektronische Archivierung der digitalen Belege ist dabei ein erfreulicher Nebeneffekt.

copyright by Steuerberater Lars Meinel, Hof/Plauen