eBay Nutzer im Fadenkreuz des Finanzamts

Internetauktionen erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Seit Jahren steht die Onlineplattform eBay dabei an erster Stelle. Nun schaut auch das Finanzamt bei Transaktionen via eBay genauer hin und kassiert gern kräftig mit. Eigens für diesen Zweck wurden Sonderkommissionen der Finanzämter eingerichtet, auch kommt die hoch effiziente Software „Xpider“ zum Einsatz.

Brenzlig wird es dabei für recht aktive Verkäufer, die die Verkäufe als Privatauktion kennzeichnen und somit weder Einkommen-, noch Gewerbe- oder Umsatzsteuer auf die Einnahmen bezahlen. Erkennt das Finanzamt dabei eine gewisse Regelmäßigkeit und Nachhaltigkeit, unterstellt es eine Gewerblichkeit und damit die Steuerpflicht. Wo die Grenze zur gelegentlichen, nicht gewerblich geprägten Tätigkeit liegt, ist unklar. Jüngst entschied der Bundesfinanzhof mit seinem Urteil V R 2/11, dass 841 Verkäufe in einem Dreijahreszeitraum mit einem Umsatz von 83.500 € verständlicherweise nicht mehr als gelegentliche Privatverkäufe angesehen werden können. Eine konkrete Umsatzgrenze ließ er allerdings offen.

Es bleibt eine gewisse Rechtsunsicherheit, die der Gesetzgeber schnellstens bereinigen sollte. Unsicher ist auch, ob es rechtlich zulässig ist, dass Finanzämter über Sammelauskünfte bei eBay Informationen über die hinter Pseudonymen stehenden Veräußerer einholen darf. Dies wird der Bundesfinanzhof im Verfahren II R 15/12 klären müssen.

copyright by Steuerberater Lars Meinel, Hof/Plauen