Mitarbeitermotivation durch Sachzuwendungen

Das Ringen um qualifizierte und motivierte Arbeitskräfte ist für Arbeitgeber längst zum Alltag geworden. Für die Gewinnung neuen Fachpersonals, aber auch für die Leistungsbereitschaft des bestehenden Personalstamms ist das Arbeitsentgelt ein zentrales Entscheidungskriterium. Hierbei sollte von Arbeitgebern wie Arbeitnehmern beachtet werden, dass Gesetzgeber und Rechtsprechung eine Fülle von steuergestaltenden Mitteln an die Hand geben, die den eigentlichen Arbeitslohn steuergünstig ergänzen können.

Neben dem regulären Arbeitslohn oder –gehalt kann der Arbeitgeber seinen Arbeitnehmern durch unentgeltliche Sachbezüge eine oftmals steuerfreie oder zumindest begünstigte Sonderzuwendung einräumen. Derartige Sachbezüge sind beispielsweise durch Überlassung von Wohnraum, Mahlzeiten, Essensgutscheinen und Restaurantschecks, Kraftfahrzeugen oder zinslosen Arbeitgeberdarlehen denkbar, aber auch durch Überreichen von Einkaufsgutscheinen bei Drittanbietern (Buchladen, Tankstelle, Einkaufsmarkt). Gerade im Fall der Gewährung von Mitarbeitergutscheinen hat sich seit drei Urteilen des Bundesfinanzhofs vom 11.11.2010 ein enormer Gestaltungsspielraum entwickelt. Waren derartige Sachgutscheine bisher in jedem Fall als steuerpflichtiger Sachlohn angesehen worden, so bleiben die Gutscheine im Rahmen der Freigrenze von 44 € monatlich nun in der Regel steuerfrei. Die Entscheidung über die Steuerfreiheit wird nach der Rechtsprechung allein am vereinbarten arbeitsrechtlichen Anspruch des Arbeitnehmers festgemacht – ist also ein „Sach-bezug“ vereinbart und eine Option zur Barlohnauszahlung ausgeschlossen, so ist eine Umqualifizierung in einen steuerpflichtigen „Barbezug“ durch das Finanzamt nicht mehr zulässig. Auf den Gutscheinen ist die Angabe der konkreten Ware zudem nicht erforderlich, die Angabe des Gutscheinwertes reicht vollkommen aus. Dieser Rechtsprechungsgrundsatz wirkt sich insbesondere auf Tankgutscheine aus, bei denen die Finanzverwaltung bisher völlig praxisfremd die Angabe eine „Literzahl“ verlangte.

Aktuell wird vom Gesetzgeber eine weitere erfreuliche Gestaltungsalternative geprüft. Die private Nutzung von Computer-Software des Arbeitgebers soll für den Arbeitnehmer ebenso steuerfrei gestellt werden, wie die Überlassung von Datenverarbeitungsgeräten, also Smartphones oder Tablets. So sieht es der Entwurf eines Gemeindefinanzreformgesetzes vor. Eine Vereinbarung zu Sachzuwendungen lohnt sich daher auch in diesem Punkt für beide Seiten. Die Auswirkung auf die Steuerbelastung und die Motivation der Mitarbeiter sollte in keinem der angesprochenen Fälle unterschätzt werden.

copyright by Steuerberater Lars Meinel, Hof/Plauen