Steuerersparnis bei der Pkw-Überlassung an Arbeitnehmer

Ein beliebtes Mittel der Mitarbeitermotivation und -bindung ist die Überlassung von Firmenfahrzeugen an Arbeitnehmer des Unternehmens auch zur privaten Nutzung. Der damit eingeräumte geldwerte Vorteil ist zu besteuern, was sowohl auf Arbeitgeber- als auch auf Arbeitnehmerseite zu Mehrbelastungen durch Steuern, Sozialversicherungsabgaben und Verwaltungsaufwand führt. Die Kostenbelastung ist dabei abhängig von der gewählten Besteuerungsmethode – der pauschalen Besteuerung per 1%-Methode oder der genaueren Fahrtenbuchmethode.

Nicht selten äußert der Arbeitnehmer im Rahmen der Fahrzeugüberlassung den Wunsch nach einem höherwertigen Fahrzeug als dem vertraglich vereinbarten. Dem Arbeitgeber hierfür entstehende Mehraufwendungen durch höhere Leasingraten respektive Anschaffungskosten und höhere Unterhaltungskosten ist der Arbeitnehmer in diesen Fällen oftmals bereit, finanziell zu übernehmen. Es stellt sich die Frage, wie sich derartige Zuzahlungsmodelle auswirken und welchen Vorteil Arbeitgeber und Arbeitnehmer durch eine Kostenbeteiligung haben.

Die Antwort darauf ist vielschichtig. So gibt es drei gängige Zuzahlungsvarianten, die jeweils eine unterschiedliche Auswirkung auf Lohnsteuer, Umsatzsteuer und Sozialversicherungsabgaben haben. Variante 1 ist dabei die steuerlich ungünstigste Möglichkeit: eine Übernahme von Treibstoffkosten durch den Arbeitnehmer. Betankt der Arbeitnehmer den Pkw teilweise auf eigene Kosten, so ändern sich die Steuer- und Sozialversicherungsabgaben nicht. Die Kostenübernahme gilt nicht als Nutzungsentgelt, einzige Auswirkung ist daher die finanzielle Entlastung des Arbeitgebers. Günstiger wirkt sich Variante 2 aus, die laufende Geldzahlung des Arbeitnehmers an seinen Arbeitgeber. Derartige Leistungen mindern ertrag-steuerlich den geldwerten Vorteil, was zur Einsparung von Lohnsteuer und Sozialversicherungsabgaben führt. Variante 3 ist eine Zuzahlung des Arbeitnehmers zu den Anschaffungskosten des Fahrzeugs oder einer entsprechenden Leasingsonderzahlung. Nach Ansicht der Finanzverwaltung mindert diese Geldzahlung den geldwerten Vorteil für Privatfahrten und für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte bis zur Höhe von 0 €. Noch nicht angerechnete Zahlungsanteile können dann im folgenden Jahr angerechnet werden. Auch hier kommt es zur Einsparung von Lohnsteuer und Sozialversicherungsabgaben.

Welche Variante für Arbeitnehmer und Arbeitgeberseite die günstigste Möglichkeit darstellt, sollte vorab seitens eines Steuerberaters berechnet werden. Generell gilt aber, dass eine Übernahme von laufenden Kosten nicht vorteilhaft ist.

copyright by Steuerberater Lars Meinel, Hof/Plauen