Verbesserungen bei der steuerlichen Berücksichtigung von Kindern

Am 10. Juli 2015 hat der Bundesrat dem „Gesetz zum Abbau der kalten Progression und zur Anpassung von Familienleistungen“ zugestimmt. Die Novelle bringt nicht nur für Eltern und Familien Verbesserungen mit sich. Auch der Grundfreibetrag wird für alle Steuerpflichtigen rückwirkend ab 2015 erhöht, ebenso der Unterhaltshöchstbetrag bei Unterstützung von unterhaltsberechtigten Angehörigen. Der Grundfreibetrag steigt dabei bei Einzelveranlagung von bisher 8.354 Euro auf 8.472 Euro in 2015 und 8.652 Euro in 2016. Diese Werte gelten analog für den Unterhaltshöchstbetrag.

Die im Gesetzestitel proklamierte Verbesserung der Familienleistungen manifestiert sich u.a. in einer eher bescheidenen Erhöhung des Kindergeldes: dieses erhöht sich für das Jahr 2015 um ganze 4 Euro monatlich, ab dem Jahr 2016 nochmals um 2 Euro. Für das erste und zweite Kind zahlt der Staat damit statt der bisherigen 184 Euro in 2015 genau 188 Euro und ab 2016 dann 190 Euro. Für das dritte Kind beträgt die Staffelung 190 Euro (2014), 194 Euro (2015) bzw. 196 Euro, für weitere Kinder 215 Euro (2014), 219 Euro (2015) und 221 Euro (2016).

Bei der Einkommensteuerveranlagung prüft das Finanzamt, ob durch den Abzug des Kinderfreibetrags und des Freibetrags für Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf des Kindes die Steuererstattung höher ausfällt als das bezogene Kindergeld. Während der zweitgenannte, besondere Freibetrag unverändert bei 2.640 Euro verbleibt, erhöht sich der Kinderfreibetrag von 4.368 Euro auf 4.512 Euro in 2015 und 4.608 Euro ab 2016.

Die wohl beachtlichste Veränderung erfolgt allerdings beim Entlastungsbetrag für Alleinerziehende. Dieser betrug seit elf Jahren 1.308 Euro und wird nun ab 2015 auf 1.908 Euro angehoben. Zudem wird ein bisher unbekannter Erhöhungsbetrag für jedes weitere Kind von 240 Euro ab 2015 eingeführt. Ein alleinerziehender Elternteil mit 3 Kindern kann daher ab 2015 einen Entlastungsbetrag von 2.388 Euro statt bisher 1.308 Euro geltend machen. Steuerlich vorteilhaft ist für Alleinerziehende zudem das Urteil des Bundesfinanzhof vom 05.02.2015, nach welchem die Meldung des Kindes eine „unwiderlegbare Vermutung“ für die Haushaltszugehörigkeit des Kindes darstellt. Damit kommt es bei Gewährung des Entlastungsbetrags für Alleinerziehende nicht auf die tatsächlichen Verhältnisse, sondern lediglich auf die Meldung des Kindes an.

Für alle Eltern abschließend besonders wichtig: Liegen der Familienkasse ab dem Jahr 2016 nicht die Identifikationsnummer der Eltern und des Kindes vor, wird ab dem 1. Januar 2016 die Zahlung von Kindergeld eingestellt. Die Identifikationsnummern sollten daher schnellstmöglich der Familienkasse nachgereicht werden.

copyright by Lars Meinel, Steuerberater Hof/Plauen