Was sich bei der Steuer 2017 ändert

Der versierte Beobachter steuerrechtlicher Änderungen war dann doch überrascht über die unerwartete Aktivität des Gesetzgebers am Jahresende 2016. Höhere Freibeträge, verbesserte Informationen, Erleichterungen bei der Steuererklärung oder Umstellungen an der Ladenkasse – zum Jahresbeginn 2017 gibt es zahlreiche Änderungen, auf die nachfolgend kurz eingegangen werden soll.

Zunächst ist die Anpassung verschiedener Steuerfreibeträge zu erwähnen, von deren steuerlicher Entlastung besonders Familien profitieren. So wird der Grundfreibetrag von 8.652 Euro um 168 Euro auf 8.820 Euro angehoben, der Kinderfreibetrag von  4.608 Euro um 108 Euro auf 4.716 Euro. Auch das monatliche Kindergeld steigt um 2 Euro – für das 1. und 2. Kind von 190 Euro auf 192 Euro, für das 3. Kind von 196 Euro auf 198 Euro und für das 4. und jedes weitere Kind von 221 Euro auf 223 Euro. Der Unterhaltshöchstbetrag des § 33a EStG steigt entsprechend der Anhebung des Grundfreibetrags von jetzt 8.652 Euro um 168 Euro auf 8.820 Euro. Zudem wurde beschlossen, die gefürchtete „kalte Progression“ – gemeint ist die Steuermehrbelastung, die im zeitlichen Ablauf durch Nichtanpassung der Eckwerte eines progressiven Steuertarifes an die Preissteigerungsrate entsteht – durch Verschiebung der übrigen Tarifeckwerte um die geschätzte Inflationsrate des Jahres 2016 (0,73%) nach rechts auszugleichen.

Auch gibt es ab 2017  Erleichterungen für die Steuererklärung. Die generellen Belegvorlagepflichten werden dabei weitgehend durch Vorhaltepflichten ersetzt. So ist es z. B. nicht mehr erforderlich, Zuwendungsbestätigungen beim Finanzamt einzureichen, um Spenden steuerlich geltend zu machen. Vielmehr genügt es, die Belege bis zum Ablauf eines Jahres nach Bekanntgabe der Steuerfestsetzung aufzubewahren und nur vorzulegen, wenn das Finanzamt es verlangt.

Für Körperschaften wurden auch die Regelungen zum Verlustabzug modifiziert. Die bisherige Regelung des (teilweisen) Untergangs nicht genutzter Verluste im Falle eines Anteilseignerwechsels mit diversen Ausnahmen wird rückwirkende ab dem 1. Januar 2016 um eine weitere Ausnahme ergänzt. So bleiben Verluste verrechenbar, wenn der Geschäftsbetrieb der Körperschaft nach dem Anteilseignerwechsel erhalten bleibt und eine anderweitige Verlustnutzung ausgeschlossen ist.

Auch bei elektronischen Aufzeichnungssystemen, wie Registrierkassen, Waagen, Taxametern und Wegstreckenzählern sind Neuregelungen zu beachten. Mit Auslaufen einer Übergangsfrist zum 31. Dezember 2016 müssen die Systeme aufbewahrungspflichtige Unterlagen und Datensätze für die Dauer der Aufbewahrungsfrist jederzeit verfügbar, unverzüglich lesbar und maschinell auswertbar aufbewahren. Zudem wird ab dem 1. Januar 2018 die Möglichkeit einer Kassen-Nachschau eingeführt. Dies ist ein eigenständiges Verfahren zur zeitnahen Aufklärung steuererheblicher Sachverhalte unter anderem im Zusammenhang mit der ordnungsgemäßen Erfassung von Geschäftsvorfällen.

copyright by Lars Meinel, Steuerberater, Hof/Plauen