Was sich bei der Steuer 2018 ändert

Zu Jahresbeginn gibt es auch 2018 zahlreiche Änderungen im Steuerrecht – höhere Freibeträge, Verbesserungen in der Altersvorsorge, Erleichterungen bei der Steuererklärung oder Maßnahmen gegen Steuerbetrug an der Ladenkasse. Auf ausgewählte Neuerungen soll nachfolgend eingegangen werden.

Zunächst ist die Anpassung verschiedener Steuerfreibeträge zu erwähnen, zu denen der Gesetzgeber nach Maßgabe des 11. Existenzminimumsberichts verpflichtet war. So wird der Grundfreibetrag von 8.820 Euro um 180 Euro auf 9.000 Euro angehoben, der Kinderfreibetrag von 4.716 Euro um 72 Euro auf 4.788 Euro. Auch das monatliche Kindergeld steigt um 2 Euro – für das 1. und 2. Kind von 192 Euro auf 194 Euro, für das 3. Kind von 198 Euro auf 200 Euro und für das 4. und jedes weitere Kind von 223 Euro auf 225 Euro. Der Unterhaltshöchstbetrag des § 33a EStG steigt entsprechend der Anhebung des Grundfreibetrags von jetzt 8.820 Euro um 180 Euro auf 9.000 Euro. Zudem wurde beschlossen, die gefürchtete „kalte Progression“ – gemeint ist die Steuermehrbelastung, die im zeitlichen Ablauf durch Nichtanpassung der Eckwerte eines progressiven Steuertarifes an die Preissteigerungsrate entsteht – durch Verschiebung der übrigen Tarifeckwerte um die geschätzte Inflationsrate des Jahres 2017 (1,65%) nach rechts auszugleichen.

Auch Verbesserungen in der Altersvorsorge, wie die Anhebung der Grundzulage für geförderte private Altersvorsorgeverträge (Riester) von 154 Euro auf 175 Euro ab dem Beitragsjahr 2018 sind zu vermelden. Daneben wurden die steuerfreien Höchstbeträge in der kapitalgedeckten betrieblichen Altersversorgung für Beiträge des Arbeitgebers an Pensionskassen, Pensionsfonds und Direktversicherungen von 4 auf 8 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze zur Rentenversicherung angehoben. Dies allerdings bei gleichzeitiger Abschaffung des bisherigen steuerfreien zusätzlichen Höchstbetrags von 1.800 Euro.

Bei betrieblicher oder beruflicher Anschaffung von selbständigen, abnutzbaren, beweglichen Anlagegütern wurde die Sofortabzugsgrenze von 410 auf 800 Euro angehoben. Dieser Grenzbetrag ist als Nettobetrag ausgestaltet, so dass bei nicht bestehender Vorsteuerabzugsberechtigung Anlagegüter bis zu Anschaffungskosten von 952 Euro sofort abzugsfähig sind (bei Regelsteuersatz). Die alternative Poolabschreibung über 5 Jahre ist zukünftig für Anschaffungen zwischen 250 Euro (bislang 150 Euro) und 1.000 Euro möglich.

Auch gibt es für die anstehende Abgabe der Steuererklärungen 2017 formelle Erleichterungen. Die generellen Belegvorlagepflichten werden dabei weitgehend durch Vorhaltepflichten ersetzt. So ist es z. B. nicht mehr erforderlich, Zuwendungsbestätigungen beim Finanzamt einzureichen, um Spenden steuerlich geltend zu machen. Vielmehr genügt es, die Belege bis zum Ablauf eines Jahres nach Bekanntgabe der Steuerfestsetzung aufzubewahren und nur vorzulegen, wenn das Finanzamt es verlangt. Desweiteren endet für empfangene Lieferscheine die Aufbewahrungsfrist mit dem Erhalt der Rechnung, für abgesandte Lieferscheine entsprechend mit dem Versand der Rechnung.

Zur Bekämpfung von Steuerbetrug an der Ladenkasse wurde mit Wirksamkeit ab dem 1. Januar 2018 die Möglichkeit einer Kassen-Nachschau eingeführt. Dies ist ein eigenständiges Verfahren zur zeitnahen Aufklärung steuererheblicher Sachverhalte unter anderem im Zusammenhang mit der ordnungsgemäßen Erfassung von Geschäftsvorfällen. Steuerprüfer können damit unangekündigt eine Überprüfung von Kassenbeständen und –aufzeichnungen durchführen und bei entsprechenden Feststellungen ohne vorherige Prüfungsanordnung zu einer Außenprüfung übergehen.

copyright by Lars Meinel, Steuerberater, Hof/Plauen